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![]() | AnneMari | ![]() 31.07.26 23:05 |
Beschäftigen wir uns zur Abwechslung mal mit Texten, die ev. zum Nachdenken anregen. | ||


![]() | AnneMari | 31.07.26 23:05 |


![]() | AnneMari | 07.08.26 04:45 |
Laughing with tears
Clown


![]() | AnneMari | 07.08.26 22:37 |
Thumbs up


![]() | AnneMari | 07.08.26 23:02 |
ERICH KÄSTNER - SOGENANNTE KLASSEFRAUEN Dichtung von Erich Kästner (Foto) / Rezitation: Hermann Lause / Anmerkung: Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten, Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180 Grad drehbar. (E.Kästner) Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen? Plötzlich färben sich die Klassefrauen, weil es Mode ist, die Nägel rot ! Wenn es Mode wird, sie abzukauen oder mit dem Hammer blauzuhauen, tun sie's auch. und freuen sich halbtot. Wenn es Mode wird, die Brust zu färben, oder falls man die nicht hat, den Bauch . . . Wenn es Mode wird, als Kind zu sterben oder sich die Hände gelbzugerben, bis sie Handschuhn ähneln, tun sie's auch. Wenn es Mode wird, sich schwarzzuschmieren . . . Wenn verrückte Gänse in Paris sich die Haut wie Chinakrepp plissieren . . . Wenn es Mode wird, auf allen Vieren durch die Stadt zu kriechen, machen sie's. Wenn es gälte, Volapük zu lernen und die Nasenlöcher zuzunähn und die Schädeldecke zu entfernen und das Bein zu heben an Laternen, morgen könnten wir's bei ihnen sehn. Denn sie fliegen wie mit Engelsflügeln immer auf den ersten besten Mist. Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln ! Und sie sind auf keine Art zu zügeln, wenn sie hören, daß was Mode ist. Wenn's doch Mode würde, zu verblöden ! Denn in dieser Hinsicht sind sie groß. Wenn's doch Mode würde, diesen Kröten jede Öffnung einzeln zuzulöten ! Denn dann wären wir sie endlich los. | ||


![]() | AnneMari | 07.08.26 23:06 |
Erich Kästner - Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn? 1967 | ||


![]() | AnneMari | 07.08.26 23:10 |
Erich Kästner „Der Mensch ist gut" ( 1928 )Text: Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! In Lesebüchern schmeckt das wie Kompott. Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott. Einschränkungshalber spricht man zwar von Kriegen. Wohl weil der letzte Krieg erst neulich war ... Doch: Ließ man denn die Krüppel draußen liegen? Die Witwen kriegten sogar Honorar! Der Mensch ist gut! Wenn er noch besser wäre, wär er zu gut für die bescheidne Welt. Auch die Moral hat ihr Gesetz der Schwere: Der schlechte Kerl kommt hoch - der Gute fällt. Das ist so, wie es ist, geschickt gemacht. Gott will es so. Not lehrt bekanntlich beten. Er hat sich das nicht übel ausgedacht und läßt uns um des Himmels willen treten. Der Mensch ist gut. Und darum geht´s ihm schlecht. Denn wenn´s ihm besser ginge, wär er böse. Drum betet: Herr Direktor, quäl uns recht! Gott will es so. Und sein System hat Größe. Der Mensch ist gut. Drum haut ihm in die Fresse! Drum seid so gut: und seid so schlecht, wie´s geht! Drückt Löhne! Zelebriert die Leipziger Messe! Der Himmel hat für sowas immer Interesse. - Der Mensch bleibt gut, weil ihr den Kram versteht. Bilder: Diego Rivera ( *1886 - +1957 ) | ||


![]() | Eliteschwurbel | 10.08.26 12:02 |
... dort reift die Freiheit nicht, dort bleibt sie grün was man auch baut, es werden stets Kasernen ... | ||


![]() | AnneMari | 12.08.26 23:27 |
Erich KÄSTNER: Gewisse EhepaareOb sie nun gehen, sitzen oder liegen, sie sind zu zweit. Man sprach sich aus. Man hat sich ausgeschwiegen. Es ist soweit. Das Haar wird dünner, und die Haut wird gelber, von Jahr zu Jahr. Man kennt den andern besser als sich selber. Der Fall liegt klar. Man spricht durch Schweigen. Und man schweigt mit Worten. Der Mund läuft leer. Die Schweigsamkeit besteht aus neunzehn Sorten (wenn nicht aus mehr). Vom Anblick ihrer Seelen und Krawatten wurden sie bös. Sie sind wie Grammophone mit drei Platten. Das macht nervös. Wie oft sah man einander beim Betrügen voll ins Gesicht! Man kann zur Not das eigne Herz belügen, das andre nicht. Sie lebten feig und wurden unansehnlich. Jetzt sind sie echt. Sie sind einander zum Erschrecken ähnlich. Und das mit Recht. Sie wurden stumpf wie Tiere hinterm Gitter. Sie flohen nie. Und manchmal steht vorm Käfige ein Dritter. Der ärgert sie. Nachts liegen sie gefangen in den Betten und stöhnen sacht, während ihr Traum aus Bett und Kissen Ketten und Särge macht. Sie mögen gehen, sitzen oder liegen, sie sind zu zweit. Man sprach sich aus. Man hat sich ausgeschwiegen. Nun ist es Zeit. | ||


![]() | AnneMari | 12.08.26 23:34 |
Erich Kästner: „Die Maulwürfe“ Text: I Als sie, krank von den letzten Kriegen, tief in die Erde hinunterstiegen, in die Kellerstädte, die drunten liegen, war noch keinem der Völker klar, daß es ein Abschied für immer war. Sie stauten sich vor den Türen der Schächte mit Nähmaschinen und Akten und Vieh, daß man sie endlich nach unten brächte, hinab in die künstlichen Tage und Nächte. Und sie erbrachen, wenn einer schrie. Ach, sie erschraken vor jeder Wolke! War´s Hexerei oder war´s noch Natur? Brachte sie Regen für Flüsse und Flur? Oder hing Gift überm wartenden Volke, das verstört in die Tiefe fuhr. Sie flohen aus Gottes guter Stube. Sie ließen die Wiesen, die Häuser, das Wehr, den Hügelwind und den Wald und das Meer. Sie fuhren mit Fahrstühlen in die Grube. Und die Erde ward wüst und leer. II Drunten in den versunkenen Städten, versunken, wie einst Vineta versank, lebten sie weiter, hörten Motetten, teilten Atome, lasen Gazetten, lagen in Betten und hielten die Bank. Ihre Neue Welt glich gekachelten Träumen. Der Horizont war aus blauem Glas. Die Angst schlief ein. Und die Menschheit vergaß. Nur manchmal erzählten die Mütter von Bäumen und die Märchen vom Veilchen, vom Mond und vom Gras Himmel und Erde wurden zur Fabel. Das Gewesene klang wie ein altes Gedicht. Man wußte nichts mehr vom Turmbau zu Babel. man wußte nichts mehr von Kain und Abel. Und auf die Gräber schien Neonlicht. Fachleute saßen an blanken, bequemen Geräten und trieben Spiegelmagie. An Periskopen hantierten sie und gaben acht, ob die anderen kämen. Aber die anderen kamen nie. III Droben zerfielen inzwischen die Städte. Brücken und Bahnhöfe stürzten ein. Die Fabriken sahn aus wie verrenkte Skelette. Die Menschheit hatte die große Wette verloren, und Pan war wieder allein. Der Wald rückte näher, überfiel die Ruinen, stieg durch die Fenster, zertrat die Maschinen, steckte sich Türme ins grüne Haar, griff Lokomotiven, spielte mit ihnen und holte Christus vom Hochaltar. Nun galten wieder die ewigen Regeln. Die Gesetzestafeln zerbrach keiner mehr. Es gehorchten die Rose, der Schnee und der Bär. Der Himmel gehörte wieder den Vögeln und den kleinen und großen Fischen das Meer. Nur einmal, im Frühling, durchquerten das Schweigen rollende Panzer, als ging´s in die Schlacht. Sie kehrten, beladen mit Kirschblütenzweigen, zurück, um sie drunten den Kindern zu zeigen. Dann schlossen sich wieder die Türen zum Schacht. Bilder: Hans Baluschek *1870 - †1935 | ||


![]() | AnneMari | 13.08.26 00:07 |
Erich Kästner „Die Entwicklung der Menschheit" (1932)Text: Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt, behaart und mit böser Visage. Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt und die Welt asphaltiert und aufgestockt, bis zur dreißigsten Etage. Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn, in zentralgeheizten Räumen. Da sitzen sie nun am Telefon. Und es herrscht noch genau derselbe Ton wie seinerzeit auf den Bäumen. Sie hören weit. Sie sehen fern. Sie sind mit dem Weltall in Fühlung. Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern. Die Erde ist ein gebildeter Stern mit sehr viel Wasserspülung. Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr. Sie jagen und züchten Mikroben. Sie versehn die Natur mit allem Komfort. Sie fliegen steil in den Himmel empor und bleiben zwei Wochen oben. Was ihre Verdauung übrigläßt, das verarbeiten sie zu Watte. Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest. Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest, daß Cäsar Plattfüße hatte. So haben sie mit dem Kopf und dem Mund Den Fortschritt der Menschheit geschaffen. Doch davon mal abgesehen und bei Lichte betrachtet sind sie im Grund noch immer die alten Affen. Bilder: Collage aus Bildern von Manfred Deix und Michael Mathias Prechtl | ||


![]() | AnneMari | 13.08.26 00:33 |
Erich Kästner „Ein alter Mann geht vorüber"Text: Ich war einmal ein Kind. Genau wie ihr. Ich war ein Mann. Und jetzt bin ich ein Greis. Die Zeit verging. Ich bin noch immer hier Und möchte gern vergessen, was ich weiß. Ich war ein Kind. Ein Mann. Nun bin ich mürbe. Wer lange lebt, hat eines Tags genug. Ich hätte nichts dagegen, wenn ich stürbe. Ich bin so müde. Andre nennen's klug. Ach, ich sah manches Stück im Welttheater. Ich war einmal ein Kind, wie ihr es seid. Ich war einmal ein Mann. Ein Freund. Ein Vater. Und meistens war es schade um die Zeit... Ich könnte euch verschiedenes erzählen, Was nicht in euren Lesebüchern steht. Geschichten, welche im Geschichtsbuch fehlen, Sind immer die, um die sich alles dreht. Wir hatten Krieg. Wir sahen, wie er war. Wir litten Not und sah'n, wie sie entstand. Die großen Lügen wurden offenbar. Ich hab' ein paar der Lügner gut gekannt. Ja, ich sah manches Stück im Welttheater. Ums Eintrittsgeld tut's mir noch heute leid. Ich war ein Kind. Ein Mann. Ein Freund. Ein Vater. Und meistens war es schade um die Zeit... Wir hofften. Doch die Hoffnung war vermessen. Und die Vernunft blieb wie ein Stern entfernt. Die nach uns kamen, hatten schnell vergessen. Die nach uns kamen, hatten nichts gelernt. Sie hatten Krieg. Sie sahen, wie er war. Sie litten Not und sah'n, wie sie entstand. Die großen Lügen wurden offenbar. Die großen Lügen werden nie erkannt. Und nun kommt ihr. Ich kann euch nichts vererben: Macht, was ihr wollt. Doch merkt euch dieses Wort: Vernunft muß sich ein jeder selbst erwerben, Und nur die Dummheit pflanzt sich gratis fort. Die Welt besteht aus Neid. Und Streit. Und Leid. Und meistens ist es schade um die Zeit. Bilder: Henri Toulouse-Lautrec | ||


![]() | AnneMari | 13.08.26 00:40 |
Erich Kästner: Keiner blickt dir hinter das Gesicht | ||


![]() | Eliteschwurbel | 13.08.26 08:46 |
Ach wär ich ! Der Kästner Erich Auch wär ich gern Christian Morgenstern und hätte ich nur einen Satz von Ringelnatz ! doch nichts davon, zu aller Not hab ich auch nichts von Busch und Roth Drum bleib ich, wenn's auch schwer ward - nur der Heinz Erhardt | ||
Thumbs up


![]() | AnneMari | 15.08.26 01:13 |
Erich Kästner: „sachliche Romanze"Text: Als sie einander acht Jahre kannten (und man darf sagen: sie kannten sich gut), kam ihre Liebe plötzlich abhanden. Wie andern Leuten ein Stock oder Hut. Sie waren traurig, betrugen sich heiter, versuchten Küsse, als ob nichts sei, und sahen sich an und wußten nicht weiter. Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei. Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken. Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken. Nebenan übte ein Mensch Klavier. Sie gingen ins kleinste Café am Ort und rührten in ihren Tassen. Am Abend saßen sie immer noch dort. Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort und konnten es einfach nicht fassen. Bild 1: Jean Béraud Bild 2: Edouard Manet Bild 3: Alfred Henry Maurer | ||


![]() | AnneMari | 15.08.26 01:18 |
Erich Kästner: „Die Wälder schweigen"Text: Die Jahreszeiten wandern durch die Wälder. Man sieht es nicht. Man liest es nur im Blatt. Die Jahreszeiten strolchen durch die Felder. Man zählt die Tage. Und man zählt die Gelder. Man sehnt sich fort aus dem Geschrei der Stadt. Das Dächermeer schlägt ziegelrote Wellen. Die Luft ist dick und wie aus grauem Tuch. Man träumt von Äckern und von Pferdeställen. Man träumt von grünen Teichen und Forellen. Und möchte in die Stille zu Besuch. Man flieht aus den Büros und den Fabriken. Wohin, ist gleich! Die Erde ist ja rund! Dort, wo die Gräser wie Bekannte nicken und wo die Spinnen seidne Strümpfe stricken, wird man gesund. Die Seele wird vom Pflastertreten krumm. Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden und tauscht bei ihnen seine Seele um. Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm. Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden. Bilder: Fotocollage | ||


![]() | AnneMari | 15.08.26 21:22 |
Die Entwicklung der Menschheit - Erich KästnerEinst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt, behaart und mit böser Visage. Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt und die Welt asphaltiert und aufgestockt, bis zur dreißigsten Etage. Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn, in zentralgeheizten Räumen. Da sitzen sie nun am Telefon. Und es herrscht noch genau derselbe Ton wie seinerzeit auf den Bäumen. Sie hören weit. Sie sehen fern. Sie sind mit dem Weltall in Fühlung. Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern. Die Erde ist ein gebildeter Stern mit sehr viel Wasserspülung. Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr. Sie jagen und züchten Mikroben. Sie versehn die Natur mit allem Komfort. Sie fliegen steil in den Himmel empor und bleiben zwei Wochen oben. Was ihre Verdauung übrigläßt, das verarbeiten sie zu Watte. Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest. Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest, daß Cäsar Plattfüße hatte. So haben sie mit dem Kopf und dem Mund Den Fortschritt der Menschheit geschaffen. Doch davon mal abgesehen und bei Lichte betrachtet sind sie im Grund noch immer die alten Affen. | ||


![]() | AnneMari | 15.08.26 21:30 |
Erich Kästner: Ein Volk versinkt in geistiger UmnachtungEin Volk versinkt in geistiger Umnachtung Die Zeit ist viel zu groß, so groß ist sie. Sie wächst zu rasch. Es wird ihr schlecht bekommen. Man nimmt ihr täglich Maß und denkt beklommen: So groß wie heute war die Zeit noch nie. Sie wuchs. Sie wächst. Schon geht sie aus den Fugen. Was tut der Mensch dagegen? Er ist gut. Rings in den Wasserköpfen steigt die Flut. Und Ebbe wird es im Gehirn der Klugen. Der Optimistfink schlägt im Blätterwald. Die guten Leute, die ihm Futter gaben, sind glücklich, daß sie einen Vogel haben. Der Zukunft werden sacht die Füße kalt. Wer warnen will, den straft man mit Verachtung. Die Dummheit wurde zur Epidemie. So groß wie heute war die Zeit noch nie. Ein Volk versinkt in geistiger Umnachtung. (Erich Kästner, 1931) | ||


![]() | AnneMari | 17.08.26 00:54 |
Erich Kästner: „Traurigkeit, die jeder kennt“Man weiß von vornherein, wie es verläuft. Vor morgen früh wird man bestimmt nicht munter. Und wenn man sich auch noch so sehr besäuft: Die Bitterkeit, die spült man nicht hinunter. Die Trauer kommt und geht ganz ohne Grund. Und angefüllt ist man mit nichts als Leere. Man ist nicht krank. Und ist auch nicht gesund. Es ist, als ob die Seele unwohl wäre. Man will allein sein. Und auch wieder nicht. Man hebt die Hand und möchte sich verprügeln. Vorm Spiegel denkt man: "Das ist dein Gesicht?" Ach, solch Falten kann kein Schneider bügeln! Vielleicht hat man sich das Gemüt verrenkt? Die Sterne ähneln plötzlich Sommersprossen. Man ist nicht krank. Man fühlt sich nur gekränkt. Und hält, was es auch sei, für ausgeschlossen. Man möchte fort und findet kein Versteck. Es wäre denn, man ließe sich begraben. Wohin man blickt, entsteht ein dunkler Fleck. Man möchte tot sein. Oder Gründe haben. Man weiß, die Trauer ist sehr bald behoben. Sie schwand noch jedes Mal, so oft sie kam. Mal ist man unten, und mal ist man oben. Die Seelen werden immer wieder zahm. Der eine nickt und sagt: "So ist das Leben." Der andre schüttelt seinen Kopf und weint. Wer traurig ist, sei's ohne Widerstreben! Soll das ein Trost sein? So war's nicht gemeint. Bilder: Fotocollage | ||


![]() | AnneMari | 17.08.26 00:56 |
Erich Kästner: „Eine Mutter zieht Bilanz"Mein Sohn schreibt mir so gut wie gar nicht mehr. Das heißt, zu Ostern hat er mir geschrieben. Er denke gern an mich zurück, schrieb er, und würde mich, wie stets, von Herzen lieben. Das letztemal, als wir uns beide sahn, das war genau vor zweidreiviertel Jahren. Ich stehe manchmal an der Eisenbahn, wenn Züge nach Berlin - dort wohnt er - fahren. Und einmal kaufte ich mir ein Billett und wäre beinah nach Berlin gekommen! Doch dann begab ich mich zum Schalterbrett. Dort hat man das Billett zurückgenommen. Seit einem Jahr, da hat er eine Braut. Das Bild von ihr will er schon lange schicken. Ob er mich kommen lässt, wenn man sie traut? Ich würde ihnen gern ein Kissen sticken. Man weiß nur nicht, ob ihr sowas gefällt ... Ob sie ihn wohl, wie er's verdiente, liebt? Mir ist manchmal so einzeln auf der Welt. Ob es auch zärtlichere Söhne gibt? Wie war das schön, als wir zusammen waren! Im gleichen Haus ... Und in der gleichen Stadt… Nachts lieg ich wach und hör die Züge fahren. Ob er noch immer seinen Husten hat? Ich hab von ihm noch ein Paar Kinderschuhe. Nun ist er groß und lässt mich so allein. Ich sitze still und habe keine Ruhe. Am besten wär's, die Kinder blieben klein. Bilder: Fotocollage | ||


![]() | AnneMari | 17.08.26 01:01 |
CHARLIE CHAPLIN - SELBSTLIEBEAls ich mich wirklich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich, das nennt man Authentisch-Sein! Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden beschämt, ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif noch der Mensch dazu bereit war und auch wenn ich selbst dieser Mensch war. Heute weiß ich, das nennt man Selbstachtung! Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war. Heute weiß ich, das nennt man Reife! Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden beschämt, ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif noch der Mensch dazu bereit war und auch wenn ich selbst dieser Mensch war. Heute weiß ich, das nennt sich Selbstachtung! Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwickeln. Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude bereitet, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo. Heute weiß ich, das nennt man Ehrlichkeit! Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das gesunden Egoismus, aber heute weiß ich, das ist Selbstliebe! Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, hörte ich auf, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt, das nennt man Einfach-Sein! Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur mehr in diesem Augenblick, wo alles stattfindet. So lebe ich jeden Tag und nenne es Vollkommenheit! Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam mein Verstand einen wichtigen Partner, diese Verbindung nenne ich heute Herzensweisheit! Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen zu fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich, das ist das Leben! | ||


![]() | AnneMari | 18.08.26 21:15 |
Kurt Tucholsky: Zitate eines wahren ZeitgeistesKurt Tucholsky (* 9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. | ||


![]() | AnneMari | 22.08.26 18:51 |


![]() | Eliteschwurbel | 23.08.26 20:25 |
Terrorismus ist der Krieg der Armen gegen die Reichen. Krieg ist der Terrorismus der Reichen gegen die Armen. Peter Ustinov | ||
Thumbs up


![]() | AnneMari | 30.08.26 09:27 |


![]() | AnneMari | 30.08.26 09:30 |


![]() | AnneMari | 30.08.26 09:32 |


![]() | AnneMari | 30.08.26 09:34 |


![]() | AnneMari | 30.08.26 16:21 |
KrankheitAutor: Hermann Hesse Werk: Das Gedicht trägt im Original den Titel „Krankheit“ (oft nach der ersten Zeile benannt: „Ich hab dir Märchen oft erzählt“). Entstanden im Herbst 1898. Das Gedicht gehört zu Hesses frühestem lyrischen Schaffen. 1898 war Hesse gerade einmal 21 Jahre alt und arbeitete als Buchhändlerlehrling in Tübingen. Ich hab dir Märchen oft erzählt Von meiner fremden Dichterwelt, Nun führ mich du an deiner warmen Hand, Den Flügelmüden, durch mein eignes Land! Führ mich in meinen tiefen Wald, Wo Wunderwesen mannigfalt Lebendig wandeln mit bekränztem Haupt, - Die Götter alle, die ich einst geglaubt! Führ mich zu jenen Hügeln hin, Wo schweigsam die Zypressen knien, Dort liegen tief und lauschen auf den Wind Die Freunde, die mir treu gewesen sind. Führ mich in jener Gärten Grün, Wo dunkle Wunderbäume blühn Und über Grün und Wunderblüten schaut Das Liebesschloß, das ich für dich erbaut. In roten Lichtern heimlich glimmt Die Krone, die ich dir bestimmt. Wenn noch dein Herz an meine Allmacht glaubt, Dann schmücke mit dem schweren Gold dein Haupt! Dann hebt mein Leben neuen Lauf, Die treuen Toten stehen auf Und meiner Freudegötter schöne Schar, Und ich darf sein, der ich vor Zeiten war. | ||


![]() | AnneMari | 30.08.26 18:32 |
Die FlammeGedicht von Hermann Hesse 1910Ob du tanzen gehst in Tand und Plunder, Ob dein Herz sich wund in Sorgen müht, Täglich neu erfährst du doch das Wunder, Daß des Lebens Flamme in dir glüht. Mancher läßt sie lodern und verprassen, Trunken im verzückten Augenblick, Andre geben sorglich und gelassen Kind und Enkeln weiter ihr Geschick Doch verloren sind nur dessen Tage, Den sein Weg durch dumpfe Dämmrung führt, Der sich sättigt in des Tages Plage Und des Lebens Flamme niemals spürt. | ||
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